Dienstag 17 Dezember, 2013

Review: Sherlock – The Empty Hearse


Sherlock

He is back! Wir nehmen euch mit zum Preview Sherlock S3E1 nach London, ins BFI Southbank.


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Vorab: Wir verraten nichts zum Plot oder wie Sherlock überlebt hat, auch geben wir keine anderen Details aus der neuen Folge bekannt. Unser Bericht ist völlig spoilerfrei und soll lediglich die Stimmung einfangen und euch ein bisschen in das Geschehen vor Ort bringen….here we go!

Bereits 2 Stunden vor der eigentlichen Vorführung herrschte eine Stimmung im BFI, wie man sie nur selten erlebt. Aufregung und Spannung im ganzen Gebäude. Während eine Reihe von Fans (teilweise bereits vom Tag zuvor an) voller Hoffnung auf ein Ticket in der Schlange für Returns standen, liefen andere aufgeregt von einer Seite zur anderen, um einen Blick auf die Stars der Serie zu erhaschen.

Und sie kamen alle: Mark Gattis als erster, jubelnd begrüßt von den Fans, gefolgt von Steven Moffat mit Sue Vertue und den beiden Kindern, Una Stubbs (die bereitwillig Autogramme gab und Fotos machen ließ), Louise Brealey wurde bestürmt und unterschrieb ebenfalls auf Fotos und in Büchern, Andrew Scott kam kaum durch die begeisterte Fangemeinde, Amanda Abbington überraschte uns mit neuer Haarfarbe…

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…..und plötzlich war da Benedict Cumberbatch im 1. Stock und begrüßte die Fans. Er war sichtlich überwältigt von dem Ansturm und dem Jubel, seine bekannte charmant-nette Zurückhaltung ein wunderbares Kontra zu den kreischenden Fans.
Auch Martin Freeman sagte vom oberen Stock aus Hallo zu seinen Fans, die ihn gebührend empfingen; gemeinsam mit Benedict riefen sie der Menge zu, wie sehr sie sich freuen, dass so viele begeisterte Fans da sind und dass man sich später ja noch sehen wird.

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Kurz vor 13:00 Uhr dürften wir in das Kino, vierte Reihe mit großartigem Blick auf Screen und Bühne. Zur Freude aller kamen auch der gesamte Cast sowie Produktion (unter anderem auch war auch Arwel Jones und Director Jeremy Lovering anwesend), setzten sich unter das Publikum (sie saßen natürlich in eigenen Reihen und unter Security) und warteten gespannt auf den Beginn der langersehnten neuen ersten Folge der Staffel 3.

Und dann begann endlich, worauf wir alle nunmehr 2 Jahre gewartet haben: die erste Preview!
90 Minuten Spannung, Humor, Liebe, Überraschendes und Unerwartetes – 90 Minuten, die eindeutig zu kurz waren.

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Gleich vorweg (und ohne Spoiler): Die Episode unterscheidet sich doch sehr von den bisherigen beiden Staffeln. Der Fokus liegt diesmal nicht auf Sherlocks Deductions, seiner Hochnäsigkeit und seiner berüchtigten Wortsalven, vielmehr zeigt sie die Rückkehr von John Watson’s totgeglaubten Freund in allen emotionalen Facetten, die damit verbunden sind. Die Folge ist als die Reunion der beiden Freunde ausgelegt, der gleichzeitige Fall (in dem Sherlock natürlich brilliert) ist eher zweitrangig, obwohl es zur Lösung desselben sehr rasant dahingeht. Die Episode ist wunderbar London-verbunden und bringt uns an Plätze, die wir vorher noch nicht kannten oder gesehen haben.

Die Performances sind perfekt – wie erwartet.
Benedict großartig als Sherlock Holmes wie wir ihn aus vorhergehenden Episoden kennen. Zudem bringt er eine neue, umgängliche, fast schon weiche Seite in dem Detektiv zum Vorschein, nachdem er das Ausmass seines Scheintods realisiert.
Martin Freeman brilliert als immer noch trauernder John, der sich plötzlich und unerwartet seinem totgeglaubten Freund gegenüber sieht – und darauf mit einer gehörigen Portion Emotion reagiert. (Wir leiden mit ihm und verstehen seine Reaktion nur zu gut.)
Louise Brealey verkörpert eine altbekannte Molly, wie wir sie ins Herz geschlossen haben – nach wie vor ganz offensichtlich in Sherlock verliebt, hat auch sie, wie John, zwischenzeitlich ihr Leben weiter gelebt und vorangebracht – aber als Sherlock-addict kommt sie dem Conculting Detective letztlich einfach nicht aus.
Mrs. Hudson, Una Stubbs, erfreut uns wieder als Landlady und steht ihren “Boys” nach wie vor zur Seite. Wir sehen sie in einer reizenden Szene mit John, die uns deutlich macht, wie sehr der Detektiv vermisst wird.
Mark Gattis als Mycroft wiederum zeigt sich bekannt zynisch und bringt in seiner Figur so manche überraschende Facette zu Tage.
Spannend ist John Aris’ Anderson, der in der neuen Folge einen großartigen Part spielen darf und fast schon liebenswert wird.
Wir haben uns auch über das Wiedersehen mit Rupert Graves alias Inspector Greg (Greg wohlgemerkt!) Lestrade gefreut, der Sherlocks Tod schweren Herzens aber doch bestimmt akzeptiert.
Neu mit an Bord Amanda Abbington als Mary, Johns zukünftige Frau. Auch wenn sie in den Romanvorlagen niemals in Erscheinung tritt, so ist die Figur hier nun doch eine zentrale. Wenn nun schon eine Mary, ja, dann nehmen wir gerne Amanda Abbington – ihre Chemie mit John ist einfach schön zu sehen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Dreiergespann Sherlock/John/Mary noch entwickeln wird.

Alles in allem: eine überraschend andere und unerwartete Episode, die man sicher mehrmals sehen muss, um alle Details und Nuancen zu erkennen und in die neuen Situationen hineinzufinden.

Q&A mit Cast & Production

Mit Spannung erwarteten dann alle Zuseher das kommende Q&A, vorallem, da die Gastmoderatorin Caitlin Moran nicht nur bekennender Sherlock-Fan ist, sie ist auch mit Steven Moffat und Benedict befreundet.

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Leider tat Caitlin genau das Gegenteil ihres Fan-Vorbildes Sherlock – sie brillierte in keinster Weise.
Langweilige, irrelevante Fragen, nerviges Pochen Richtung Director Jeremy Lovering auf einen “Regiefehler” in einer Szene, völlige Ignoranz von Sue Vertue, die ebenfalls auf der Bühne Platz genommen hatte und sicher Spannendes zu berichten gehabt hätte (sie wurde leider nichts gefragt). Stattdessen als “Highlight” des wohl schlechtesten Interviews aller Zeiten reichte sie Benedict und Martin eine Skriptseite einer Fanfic, und ersuchte (es war ja fast schon nötigen) die Beiden, diese Szene doch live hier und jetzt vorzutragen.
Nicht genug, dass dies an sich schon etwas fragwürdig war und rein gar nicht in die Situation per se passte, betonte Caitlin vorab mehrfach, es sei eine lustige Szene und ohne irgendwelche Zweideutigkeiten.
Benedict und Martin gaben sich anfangs wohl oder über geschlagen, doch schon nach ein paar Zeilen war klar, worauf die Szene hinauslief (Sherlock küsst John). Benedict wurde daraufhin sichtlich genervt und brach das Vortragen ab.
Caitlin bemerkte durchaus ihren grauenhaften faux-pas, konnte aber nicht mehr zurück und versuchte nunmehr, einen Witz darüber zu machen – sie fand es allerdings als Einzige in dem Saal witzig.

Fazit des Q&A: Caitlin wird so schnell wohl kein Q&A für die BBC mehr leiten, wenn Fragen nicht vorab gecheckt und abgesprochen wurden. Die Fragen der Fans hingegen waren sehr spannend und – im Gegensatz zur Profijounalistin auf der Bühne – hoch professionell und intelligent.
Das Q&A endete mit dem Besten – dem Fotoshooting!
Bilder gibt es hier: Sherlock: The Empty Hearse Preview

Abschließend ist zu sagen, dass hier etwas Neues am Start ist, das sicher bei den einen oder anderen Fans auf Gewöhnung hoffen muss, manche werden es vielleicht auch gar nicht mögen. Wir können nur sagen: anschauen, nochmal anschauen – und freuen, denn: HE IS BACK! :)

Unsere Berichte vom Dreh:
North Gower Street
St. Barts Tag 1
St. Barts Tag 2 (enthält Spoiler)

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