Donnerstag 20 November, 2014

Bletchley Park und die The Imitation Game Ausstellung


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Wir waren in Bletchley und haben uns einen Eindruck von dem damaligen Leben der britischen Codebreaker gemacht.


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Bletchley, eine kleine Ortschaft in der Grafschaft Buckinghamshire nord-westlich von London, wurde mit der Verlegung der im Ersten Weltkrieg gegründeten “Government Code and Cipher School” (GC&CS) zum Mittelpunkt der britischen Entzifferungsvorhaben im Zweiten Weltkrieg. Die ersten Mitarbeiter in Bletchley Park waren Veteranen der nachrichtendienstlichen Abteilung der britischen Admiraliät des Ersten Weltkriegs, so unter anderem Alastair Denniston und Dillwyn Knox. Mit Ausbruch des Krieges (1939) wurden “Professorentypen” vorwiegend aus Cambridge und Oxford rekrutiert sowie vertrauenswürdige Frauen für Büro- und Schreibaufgaben. Unter den Einberufenen befanden sich Alan Turing, Gordon Welchman und John Jeffreys, drei brilliante Mathematiker. Insgesamt arbeiteten später über 9000 Personen, überwiegend Frauen, an der Entschlüsselung der deutschen Nachrichten.

Zu Beginn des Krieges wurden alle Abteilungen zunächst in der “Mansion” untergebracht: Marine, Luftwaffe und Militär im Erdgeschoss zusammen mit der Telefonzentrale, Fernschreiber, Küche und Kantine, und im oberen Stockwerk das MI6.

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Im Erdgeschoss der Mansion befindet sich heute bis November 2015 die Ausstellung zu dem Alan Turing Film “The Imitation Game“. Der Besucher wird dabei durch zahlreiche Props, Kostüme und weitere Ausstellungsstücke geführt. Unterlegt mit Musik aus dem Film gibt die Ausstellung einen Einblick in die detailierte Arbeit der Filmcrew und Designer. Obwohl der Film zum größten Teil nicht in Bletchley selbst gedreht wurde, wurde viel Wert darauf gelegt, dass es so authentisch wie möglich erscheint. Viele der Schauplätze wurden an die Originalzeit angepasst, hunderte von Dokumenten (Pässe für Bletchley Park, Code-Nachrichten, Briefe etc.) wurden extra für den Film erstellt und nicht zuletzt ein Nachbau der von Alan Turing und Gordon Welchman konzipierten “Bombe”, die den Mathematikern beim Knacken deutscher Enigma-Nachrichten enorm half.
Die Galerie gibt Euch einen Einblick in die Ausstellung:

Im Zweiten Weltkrieg bat die Mansion der wachsenden Zahl der Beschäftigen jedoch nicht mehr genug Platz. Daher wurde in 1939 begonnen, Baracken (Huts) zu errichten und die verschiedenen Abteilungen darin unterzubringen.

Alan Turing legte seinen Schwerpunkt auf die deutsche Kriegsmarine-Enigma, “because no one else was doing anything about it and I could have it to myself”. Zunächst als Einzelkämpfer unterstützten ihn später Tony Kendrick und Peter Twinn, und über die nächsten 18 Monate Joan Clarke, Hugh Alexander, Jack Good und Peter Hilton. Untergebracht in Hut 8, wurde Alan Turing die Leitung der Abteilung übertragen (1940 wurde diese von Hugh Alexander übernommen). Hut 8 arbeitete eng mit Hut 4 zusammen, in welcher die unbearbeiteten Entschlüsselungen aus Hut 8 übersetzt und analysiert wurden.

Hut 8:

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Alan Turings Büro in Hut 8:

Alan Turings Office

Mehr über Alan Turings Leben und seine Arbeiten erfährt der Besucher in den Ausstellungsräumen im Block B, zusammen mit einer Sammlung verschiedener Verschlüsselungsmaschinen, deren genereller Funktionweise sowie einen Überblick über die Geschichte Bletchley Parks. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich auch persönliche Sachen von Alan Turing, so unter anderem sein Teddybär “Porgy”, Bücher, die er in Sherborne als Preis bekommen hat, und seine Uhr.

Alan Turing Exhibition
In unserer folgenden Gallerie gibt es noch mehr Eindrücke aus Bletchley Park:

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