Review Biographie Being Benedict Cumberbatch

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Being Benedict Cumberbatch von Joanna Benecke

Die aktuellste Biographie über Benedict Cumberbatch „Being Benedict Cumberbatch“ kam gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die aktuelle Sherlock Staffel hatte eben erst ihre deutschsprachige Premiere und füllte vorab schon alle deutschsprachigen Medien, selbst sehr konservative Blätter kamen dabei nicht um Benedict herum.

Ist man nicht schon längst Fan und Benedict „verfallen“, nach Lesen dieser Biographie ist man zumindest auf dem besten Weg dazu. Autorin Joanna Benecke, die u.a. bereits eine Biographie über Ryan Gosling verfasst hat, spannt liebevoll einen Bogen von Benedicts Geburt bis hin zum aufsehenerregenden Photo-Bombing bei den Oscars und den brandaktuellen Filmprojekten “The Imitation Game” und “Lost City of Z” sowie seine Darstellung als “Hamlet” im nächsten Jahr (Sommer 2015).

Benecke selbst scheint Fan zu sein. Oder wurde es beim Schreiben. Wie auch immer, alle Fakten aus Benedicts Leben werden hingebungsvoll, herzlich, ja liebevoll – und zT mit einem Augenzwinkern und persönlichen Kurz-Kommentaren der Autorin in Klammern – in eine Biographie gegossen, die man in einem Stück durchliest. Sollte der Leser dabei schon Fan sein, wird er sich in seinem Fan-Dasein mehr als bestätigt wissen. Ansonsten wird er danach zum Fan. So oder so – diese Biographie bringt nichts Neues für die Eingeschworenen (wie auch, das Internet weiß bereits jede noch so kleinste Kleinigkeit über den britischen Superstar), bietet jedoch einen äußerst charmanten Rahmen darum, man schmunzelt, man erinnert sich (als Fan), man kann sich über viele Originalzitate und kleine Geschichten freuen.

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Gespickt ist das 144 Seiten starke Buch mit 85 sehr netten Farbfotos, die immer wieder Benedicts Wandlungen (und Wandlungsfähigkeiten) zeigen – vom Jüngling aus “Fortysomething” über die erste beachtete Rolle (“Hawking”) bis hin zum Erfolg mit Sherlock und seinen Aufstieg in der Filmmetropole Hollywood.

Dazwischen finden sich zur Auflockerung Infokästen mit allerlei Wissenswertem und Lustigem zu Benedict.

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Die Biographie liefert darüber hinaus einen netten Einstieg über Benedicts Eltern, seine Kindheit (sein erstes Wort war angeblich „Helikopter“! Warum, ist nachzulesen ;)), Halbschwester Tracy, die „Anfänge“ seiner Karriere in der Schulzeit bis hin zu den ersten Rollen und dem dann mehr als verdienten Erfolg. Auch sein Privatleben wird kurz gestreift.

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Leider fehlen Benedicts großartige Audioarbeiten fast zur Gänze, obwohl auch diese mehr als beachtenswert wären.

Die laufenden beharrlichen Cumber-Wortkreationen könnten mit der Zeit ebenso etwas mühsam werden. Denn so ziemlich alles wird zu Cumber- tranformiert: Cumberheart, Cumberbrain, Cumbercheekbones, Cumberarm, Cumberface, Cumberfame, Cumberborder – bis hin zum finalen Cumberverse (das Universum hat nunmehr seine Berechtigung gefunden ;)).

Auch die Unart, zwei Namen zu einem zu verbinden – so wachsen sie (unfreiwillig) zusammen zu: MoffGat, SherWat, Wimothy (Benedicts Eltern) oder Benlivia (Benedict und Olivia) – kommt weniger lustig an als „ist das wirklich notwendig?“.

Und dass Benedict auch laufend (aber sicher liebevoll gedacht) als B’batch benamst wird, wird irgendwann geflissentlich überlesen, steht es nämlich eigentlich schon den ersten Zeilen des Buches entgegen: „Benedict Cumberbatch: a name it’s impossible to read without wanting to say out loud. It’s got that weird English crunchy compelling sexiness to it. Go ahead, say it right now. […] Scream it. Sing it. Everyone will join in; you’ll get a chorus going.”

Dazu bleibt wohl nichts weiter zu sagen.

„Being Benedict Cumberbatch“ von Joanne Benecke ist erschienen bei Plexus Publishing und ab sofort im Buchhandel oder über Amazon erhältlich.